Silberfuchs - Vulpes vulpes
Der Fuchs der ein Hund sein möchte
Der Silberfuchs ist eine Farbvariante des Rotfuchses. Das Fell ist schwarz gefärbt, die Fellspitzen glänzen silbrig. Die Schwanzspitze ist wie beim Rotfuchs weiß.
Typisches Verhalten: Durch gezielte Zucht auf Zahmheit, die in den 1950er Jahren begann, wurden Silberfüchse über Generationen hinweg zahmer und hundeähnlicher. Sie sind freundlicher zu Menschen (suchen sogar deren Aufmerksamkeit), wedeln mit dem Schwanz, wenn sie sich freuen, und geben Laute von sich, wie Hunde.
Besondere Fähigkeit: Seine aufrecht stehenden, spitzen Ohren kann er in fast alle Richtungen drehen. So kann er Geräusche sehr gut lokalisieren. Der Geruchssinn des Fuchses ist vierhundertmal besser als der des Menschen. Seine Augen sind an die Dämmerung und die Nacht angepasst, sodass er auch im Dunkeln noch sehen kann.
Besonderheit: Ursprünglich wurden die Tiere zur Pelzzucht gehalten. Mittlerweile werden Silberfüchse vor allem in Sibirien gehalten, dort wird experimentiert, wie eine Domestizierung bei Wildtieren verläuft. Man erhofft sich wichtige Informationen zur Entwicklung des Hundes aus dem Wolf. Es werden nur die zahmsten Tiere miteinander verpaart. Ziel sind Füchse, die sich als Haustiere halten lassen.
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Ernährung
Kleine Nagetiere, Insekten, Vögel und Früchte
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Lebenserwartung
2-5 Jahre, in Gefangenschaft bis 14 Jahre
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Verbreitung/Herkunft
freilebend nur noch sehr selten im nördlichen Nordamerika und Nordost-Sibirien
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Lebensraum
freilebend nur noch sehr selten im nördlichen Nordamerika und Nordost-Sibirien
🌿 Bedeutung im Ökosystem
Regulierung von Populationen (Gesundheitspolizei): Silberfüchse ernähren sich hauptsächlich von Nagetieren (Mäuse, Ratten, Wühlmäuse), Kaninchen und Insekten. Durch die Jagd auf diese Tiere verhindern sie eine Überpopulation und kontrollieren die Ausbreitung von Krankheiten, indem sie schwache und kranke Tiere entfernen.
Samenverbreitung (Ökosystemdienstleistung): Da Silberfüchse Allesfresser sind, ernähren sie sich auch von Beeren und Früchten. Durch das Ausscheiden der Samen an verschiedenen Stellen tragen sie zur Verbreitung von Pflanzenarten und somit zur Erhaltung der Lebensraumvielfalt bei.
Aasfresser: Sie nutzen Aas als Nahrungsquelle, was zur Reinigung der Umwelt beiträgt.
Nahrungsnetz-Strukturierung: Als Zwischenräuber (Mesopredator) beeinflussen sie die Häufigkeit und Verteilung ihrer Beutetiere und anderer Raubtiere.
Ökosystemingenieure (indirekt): Ihre Wühltätigkeit beim Bau von Fuchsbauten kann die lokale Umweltheterogenität erhöhen.
👀 Verhalten & Besonderheiten
Paarungszeit: Die Paarung erfolgt überwiegend im Januar und Februar.
Geschlechtsreife: Silberfüchse erreichen die Geschlechtsreife mit etwa 9 bis 10 Monaten.
Tragzeit: Die Tragzeit beträgt etwa 50 bis 55 Tage.
Wurfgröße: Im März oder April kommen im Schnitt 3 bis 6, selten bis zu 14 Welpen zur Welt.
Aufzucht: Die Welpen werden blind und taub geboren und etwa 24 Tage lang gesäugt. Beide Elternteile kümmern sich um die Aufzucht, wobei der Rüde Futter zum Bau bringt.
⚠ Bedrohungen & Schutz
Feinde/Bedrohungen: Wolf, Luchs, Bär, große Greifvögel
Schutzmaßnahmen: Tierschutzorganisationen (wie VIER PFOTEN) beschlagnahmen regelmäßig Silberfüchse aus nicht artgerechter Haltung, bei der die Tiere oft in kleinen, verschmutzten Containern oder Drahtgitterkäfigen eingepfercht sind.